Film- und Theaterprävention zum Schuljahresabschluss
Ein Schuljahr lang haben die Schülerinnen und Schüler der Theater- und Video AG geprobt, gefilmt, sich gegenseitig unterstützt und auch während der eigenen Arbeit den einen oder anderen Disput ausgetragen. Am letzten Schultag präsentierten sie der Grundschule ihre Ergebnisse in Form eines Theaterstückes und eines eigenständig produzierten Films.
Die Themen in beiden künstlerischen Ausdrucksformen waren vergleichbar, es ging um Ausgrenzung mit der klaren Botschaft, dass dieses Verhalten Menschen traurig, einsam und verletzbar macht und die Opfer Hilfe, Unterstützung und Gerechtigkeit erfahren müssen.
Das Theaterstück, brachte das Bild eines modernen Aschenputtels auf die Aula Bühne.
Typische Klischees wie Neid, Beleidigungen, Erpressung und das Demonstrieren angeblicher Überlegenheit wurden wie im Märchen durch die boshaften Schwestern und die fordernde und herzlose Mutter gezeigt. Erschwerend hinzu kamen gemeine Mitschülerinnen, die immer wieder Gelegenheit zu Hänseleien fanden, eine Lehrerin, die sinnlose Strafarbeiten erteilte und eine Schulleiterin, die scheinbar den Erpressungsversuchen der Mutter nachzugeben schien. Aber es gab auch den agilen Hausmeister, der nicht nur sein Auge auf Ordnung und Sauberkeit richtete, sondern vor allem als Verfechter der Gerechtigkeit zu einem tatkräftigen Unterstützer Aschenputtels wurde und mit Zivilcourage allem, auch dem Lehrkörper und der Schulleitung deutlich die Meinung sagte. Das Mut oft positiv mitziehend ist, zeigte das Ende des Stückes. Aschenputtel fand mehrere Unterstützer, die ihr mit Empathie und Zuspruch den Weg aus ihrer scheinbar ausweglosen Lage zeigten
Alle elf Schauspielerinnen und Hausmeister Milo spielten ihre Rollen sehr authentisch, die von lebendigen Dialogen und Übertreibungen lebten und dennoch im märchenhaften Style ein realitätsnahes Bild schulischen Alltags darstellten.
Deutlich härter wurde das Thema Mobbing im Videofilm dargestellt. Neben verbalen Attacken wurden Diebstahl und Gewalt genauso in Szene gesetzt wie stumme Dulder, die tatenlos zusahen und weder das Opfer unterstützen noch die Täter in die Schranken wiesen. Genau diese fehlende Unterstützung ist es, die Täter immer wieder ermutigt, ihre Opfer fertig zu machen und an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Diese krasse Form der Überspitzung, die sich glücklicherweise auf keine echten Vorfälle an der Schule bezog, erforderte trotz filmischer Aufklärung durch zwei neu gewonnene Freundschaften eine auswertende Feedbackrunde. Besonders bedrückend war die Darstellung der filmischen Ereignisse auf dem Schulhof und in unserem Schulgebäude. Es gehörte von Seiten der Schauspieler nicht nur Talent, sondern auch eine gehörige Portion Mut dazu, sich in diese Rollen hineinzuversetzen und zu verkörpern.
Ein großes Dankeschön geht an die Schülerinnen und Schüler der Theater- und Video-AG aus den fünften und sechsten Klassen sowie ihren pädagogischen Leiterinnen vom StiC-er-Theater. Beide Aufführungen leisteten einen gelungenen Beitrag zur Gewaltprävention und für einen respektvollen Umgang im schulischen Alltag.
